=== Die Täufer ===
[[Datei:Die Täufer.jpg|400px|thumb|rechts|Die Täufer]]Im Gegensatz zur Romkirche und der mit den staatlichen Obrigkeiten verbündeten Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin, lehnten die sogenannten Täufer die kirchliche Säuglingstaufe ab. Sie begannen, wie im frühen Urchristentum, Erwachsene zu taufen, die sich für ein Leben in der Nachfolge Christi entschieden haben, weswegen sie Täufer genannt wurden. Sie lehnten auch jede Form des Kriegsdienstes ab und legten großen Wert auf eine schlichte, gottgefällige Lebensführung. Ihre Treffen fanden in schlichten Räumen, auf Dachböden, in Scheunen oder in der freien Natur statt. Die katholische und die protestantische Kirche, ansonsten untereinander verfeindet, waren sich in einem einig: in der bekämpfung Bekämpfung der Täufer und auch der angeblichen Hexen.
Es ist wenig bekannt, dass unter Luther sogar noch mehr unschuldige Frauen als Hexen verbrannt wurden, als unter der katholischen Blutherrschaft. Auf dem Reichstag zu Speyer im Jahr 1529 beschlossen ihre Abgesandten mit Gewalt gegen die Täufer vorzugehen und verhängten reichsrechtlich die Todesstrafe für alle Menschen die sich zum Täufertum bekannten. Ihr Verbrechen: Sie wollten ein Leben wie die Urchristen führen. Die Täufer waren jetzt praktisch vogelfrei und durften ohne Gerichtsurteil getötet werden, wie folgender Abschnitt aus dem neuen Reichsgesetz zeigt:
"Hat ihre Majestät eine rechtmäßige Konstitution, Satzung und Verordnung erlassen, das alle wieder Täufer und wieder Getauften, Männer und Frauen in verständigem Alter, vom natürlichen Leben zum Tod, mit dem Feuer, Schwert oder dergeleichendergleichen, nach Gelegenheit der Personen ohne vorhergehende Inquisition der geistlichen Richter, gerichtet und gebracht werden."
Mit schwerer Strafe wurden aber auch Katholiken und Protestanten bedroht, die Sympathie oder Mitgefühl mit den von der Kirche verfolgten Christen hatten und ihnen Unterschlupf gewährten. Der erste ökumenische Inquisitionsfeldzug der katholischen und evangelischen Machtblöcke, wurde in ganz Mitteleuropa sehr grausam geführt - vor allem auch in der Schweiz, in Österreich und in den Niederlanden. Die Gefahr für Nachfolger Christi ermordet zu werden war zu dieser Zeit auch deshalb besonders deshalb so groß, weil die reformatoren Reformatoren gegenüber der katholischen Konkurrenz die besseren Kirchenführer sein wollten und deshalb oft besonders grausam und unerbittlich gegen Abweichler vorgingen, um ihren eigenen, angeblich rechten Glauben damit unter Beweis zu stellen.
[[Datei:Täuferbrücke.jpg|400px|thumb|links|Täuferbrücke]]Auch das Aufspüren der Abweichler wurde nicht dem Zufall überlassen. In Bern, in der Schweiz zum Beispiel, wurden zu diesem Zweck sogenannte Täuferjäger eingesetzt. Ein Überbleibsel davon sind die heutigen kirchlichen Sektenbeauftragten. Einige dieser verfolgten Gemeinschaften zogen sich daher in den unwirtlichen schweizerischen Jura zurück.Sie entschieden sich für ein karges Leben, um urchristlich leben zu können.Ihre Nachfahren sind noch heute in diesen Regionen als Minderheiten ansässig und Ortsnamen und Gedächtnisplätze zeugen bis heute von ihrem freiheitlichen urchristlichen Lebenswillen. in Bearbeitung
Noch im 17. Jahrhundert wurde in den evangelisch reformierten Städten Zürich und Bern gegen urchristlich gesinnte Männer, also Glaubensabweichler die Galeerenstrafe verhängt. Selbst als zeitlich beschränkte Strafe kam sie für viele einem verzögerten Todesurteil gleich. Die Verurteilten wurden gegen gutes Geld an Seemächte wie Genua oder Venedig verkauft. Meistens wurde das Todesurteil jedoch sofort vollstreckt. So ließ der heute immer noch hochverehrte schweizer Reformator Zwingli die Brüder und Schwestern in Christus öffentlich in Zürich in der Limmat ertränken.
Das also war die evangelische Reformation, die es nicht anders trieb wie die katholische Kirche, welcher der urchristliche Täufer Michael Sattler im Jahr 1527 am Bischofssitz Rottenburg bei Stuttgart zum Opfer fiel. Er wurde unter anderem beschuldigt, die katholischen Sakramente nicht anzuerkennen, Maria zu verachten und den Krieg gegen die Türken nicht zu befürworten. Zuerst wurde ihm die Zunge aus dem Mund herausgerissen, dann wurden mit glühenden Schmiedeeisen Löcher in seinen Leib gebrannt, danach wurde er ganz zu Pulver verbrannt. Drei Tage später wurde seine Frau solange in den Neckar getaucht, bis sie ertrunken war.
Kaum ein Bürger der mitbekommen hatte wie man Michael Sattler und seine Frau zu Tode folterte, wagte es nunmehr sein Kind nicht kirchlich taufen zu lassen. Die Säuglinge wurden also wieder flächendeckend kirchlich einverleibt. Auf diese Weise bildeten sich in der Folgezeit zwei sogenannte Volkskirchen, da die Bevölkerung in Deutschland und auch in den Nachbarländern wie der Schweiz entweder der einen oder der anderen Kirche angehören musste, um zu überleben. Damit hatte der große Drachen schlussendlich doch noch sein Ziel erreicht, nachdem über viele Jahrhunderte unzählige Abweichler in ganz Europa verfolgt, gefoltert und ermordet wurden. Noch heute gehören viele Menschen aus Tradition einer dieser Volkskirchen an, ohne deren blutige Geschichte und ihren Ursprung zu kennen.
Wer kann nach dem bisher gehörten dem Historiker Karlheinz Deschner widersprechen, wenn dieser schreibt: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit keine Organisation der Welt die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist, wie die Kirche - ganz besonders die römisch-katholische Kirche."
Die Liste der grässlichen Folterungen und Hinrichtungen von aufrichtigen und friedfertigen Menschen, welche sich nicht den großen Machtkirchen unterwerfen wollten oder ihnen sogar zu widersprechen wagten, ließe sich schier endlos fortsetzen. Es sind Hunderttausende, ja vielleicht Millionen von Menschen die für die Wahrheit, dass Eintreten für die Ethik des Jesus von Nazareth auf Betreiben der Kirchen einen grausamen Tod sterben mussten. Und die giftige Schlange mutierte in der Reformationszeit in Mitteleuropa von einem einköpfigen zu einem doppelköpfigen Ungeheuer.
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Vatikanische-Audienzhalle.jpg|Vatikanische Audienzhalle [https://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanische_Audienzhalle]
Skulptur-in-der-Audienzhalle.jpg|Skulptur ''La Resurrezione'' („Die Auferstehung“) in der päpstlichen Audienzhalle
Kopf-von-Jesus-in-der-Skulptur.jpg|Kopf von Jesus in der Skulptur
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Die allergrößte Mehrheit der Täufer waren Gottsucher in den Spuren des Jesus von Nazareth und sie lebten völlig friedfertig, wie zum Beispiel die Gefolgsleute des 1536 in Innsbruck lebendig verbrannten Jakob Hutter. Sie gründeten Lebens- und Arbeitsgemeinschaften, in denen sie die Gütergemeinschaft der ersten Christen anstrebten. Ehrliche Arbeit ohne Müßiggang, gemeinsamer Besitz, gemeinsame Kindererziehung und die Laienpredigt, also die Ablehnung einer Priesterkaste, waren die Grundpfeiler ihrer Bruderhöfe. Weil sie den Kriegsdienst und übrigens auch jegliche Steuern für kriegerische Zwecke verweigerten, wurden sie immer wieder schikaniert, vertrieben oder ermordet. Mussten über Mähren, Siebenbürgen, Russland bis schließlich nach Amerika ziehen, um nach ihren Überzeugungen friedlich leben zu können.
Die einzige und letzte Hutterer-Gemeinschaft in Deutschland wurde 1995 praktisch genötigt, die Bundesrepublik zu verlassen. Sie hatten das Gefühl aus Deutschland vertrieben worden zu sein - zum zweiten mal schon in diesem Jahrhundert. Das erste mal war es 1937 die Gestapo, die eine Hutterer-Gemeinschaft von ihrem Hof in der Rhön verjagte. Jörg Barth, Leiter der Hutterer-Gemeinschaft sagte laut Kölner Stadtanzeiger vom 13. Februar 1995: "... dass ihnen seit vielen Jahren Baugenehmigungen verweigert werden für ein Kinderhaus und Werkstätten und vieles mehr. Wir halten unseren Gottesdienst seit Jahren in dem Zelt ab in dem wir auch essen. Wir haben hier mehrere Millionen investiert, aber wir kommen nicht weiter. Wir wollen nun nicht mehr. Wir gehen nach England - dort können wir in Frieden leben."
Diese Diskriminierung einer Glaubensgemeinschaft ist in Deutschland leider keine Ausnahme. Auch heute noch werden Glaubensgemeinschaften drangsaliert; auch solche die lediglich den Lehren des Jesus von Nazareth folgen wollen und zum Beispiel eine nachhaltige Landwirtschaft betreiben. Von Sektenbeauftragten beider Kirchen und durch Aufhetzung der Bevölkerung und der Behörden wird ihnen das Leben schwer gemacht, indem man ihnen durch Presse und Fernsehen öffentlich das Etikett Sekte anhängt, wohl wissend, welche negativen Auswirkungen, zum Beispiel auch berufliche Konsequenzen das für den Einzelnen haben kann. (Anmerkung: Dazu zählen sicher auch die [Anastasia] Landsitze.)
Jahrhundertelange Angst vor einer unbarmherzigen kirchlichen Macht hat sich wohl in die Seelen vieler Menschen eingebrannt. Wer dieser Macht nicht folgte, riskierte umgebracht zu werden. Deshalb ducken sich auch heute noch immer viele Menschen aus Angst vor der Kirchenmacht. Selbst vermeintlich aufgeklärte Menschen wie zum Beispiel Politiker jeglicher Coleur und andere Verantwortliche des Staates werden bleich und es scheint als ob ein unsichtbarer Ruck durch ihre Gebeine geht, der sie sofort zu gehorsamen Befehlsempfängern macht, sobald sie das Wort ''Sekte'' aus dem Mund eines Kirchenfunktionärs hören. Schnelle werden ohne ersichtlichen Grund Kündigungen ausgesprochen, Bewilligungen verzögert oder nicht gegeben, Subventionen nicht bezahlt, Marktstände vom Platz verwiesen, Kunden eingeschüchtert und allgemeine Rechte erst dann zugestanden, wenn die Gerichte es anordnen. Und das, obwohl das Grundgesetz Religionsfreiheit garantiert und Kirche und Staat getrennt sein sollten - was sehr oft zu einer Farce wird. Zum Beispiel wenn es um die Ausbildung von Theologen an staatlich finanzierten Hochschulen und die Bezahlung von Bischofsgehältern aus dem allgemeinen Steuertopf geht oder eben wie hier um die Benachteiligung Andersgläubiger - und das im 21. Jahrhundert.
Doch [[Die_hermetischen_Gesetze|das Gesetz von Ursache und Wirkung]] lässt sich nicht aushebeln und die Gebeine der Millionen unschuldig ermordeter Menschen, auf denen diese Macht immer noch thront, werden immer brüchiger. So ergeben die Worte des Johannes von Patmos plötzlich einen möglichen Sinn, als er zukünftiges sah und schrieb:
''"... und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel die sprach, gehet aus von ihr mein Volk, das ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden. Auf das ihr nicht empfanget, etwas von ihren Plagen, denn ihre Sünden reichen bis in den Himmel und Gott denkt an ihren Frevel."''
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